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Einträge mit dem Schlagwort Lyrik

Die Tragik auf meiner Veranda

Ina Kitroschat

 

Die Veranda ist mein eignes Märchenschloss.

Sie ist Zufluchtsort Nr. 1!

Das fand auch mein Liebchen, die Liebe verfloss.

Die Ex, sie bleibt bei mir, so scheint‘s.

 

Da ist sie noch und sitzt hochsommerlich rum

Und lacht sich ins Fäustchen hinein:

„Ich räum hier nichts auf, denn das wäre ja dumm!

Im Notfall machst du das allein.“

 

Verschlagen, verschmitzt überschlägt sie ein Bein,

das andere wippt auf und ab:

„Die Veranda, die du hier siehst, sie ist mein!

Was du sagst ist papperlapapp.“

 

„Mit den Trümmern der Liebe werf ich um mich rum,

dazu trinke ich einen Wein.

Wenn du etwas sagst, ist mir das Plumbum!

Ach, schön Feministin zu sein!“

Das Spiel

Ina Kitroschat

 

Ein kleiner Mann im Kartenhaus,

der schaut dort zum Fenster raus.

Er winkt begeistert Else.

 

Else schaut ins Kartenhaus,

dort tönte doch ein Ruf heraus.

Er ruft begeistert: „Else!“

 

Der kleine Mann im Kartenhaus,

der schaut zu der Else raus.

Er winkt begeistert Else.

 

Else schaut ins Kartenhaus,

da winkt der kleine Mann heraus!

Er ruft begeistert Else.

 

Der kleine Mann im Kartenhaus

ruft Elses Namen laut hinaus:

„Else, Else, Else!“

 

Else schaut ins Kartenhaus,

der kleine Mann ruft Else raus:

„Else, Else, Else!“

 

Der kleine Mann im Kartenhaus

ruft „Else, Else, Else“ hinaus:

„Komm schon rüber, Else!“

 

Else schaut ins Kartenhaus,

dort bittet sie der Mann ins Haus.

Er ruft ihr zu: „Komm, Else!“

 

Else kommt ins Kartenhaus

und sagt zum Mann geradeaus:

„sie hieße Erna Walter!“

 

Erna (in dem Kartenhaus)

nennt die Moral gleich frei heraus:

„Rufe nie die Else aus,

denn Erna kommt dann aus dem Haus!“