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Der unwirsche Ausruf meiner Mutter

Ina Kitroschat

Die Treppe hagelt in marmornen Tönen
Rosenrot-scheppernd
meinen Füße entgegen:
Tripp-Trapp!

„Eingeschlafene Füße gähnen nicht!“:
ruft Mutter, die unten den Hammer schwingt.
Wieso den Hammer?
Und nicht das Putztuch bis alles blinkt? (Häh?)

Hörst du wie meine Seele, die teure,
auf den gemarmorten Boden platscht,
diejenige, die heimlich-schmunzelnd unter meiner Brustdecke sitzt?!
Als ich erschrak, habe ich nicht geklatscht:

Kläglich, glitschig, haltlos, mopsig
wie ein taunasser Igel in fahrlässiger Tollwut
mit seinen Stummelfüßchen stolpert er leise
und delektiert sich gierig: am Blütenkelchgut.

Oh süßer Nektar, süßere Nektarin,
die sich gebildet hat
in meiner Kniekehle:
Du edelste Treppenrosenprinzessin!
Leuchte, leuchte rosarot
leuchte, leuchte rosabraun:
klingle, gurgle, raune, maune
tief in meiner Leistengegend!

Bis der Schmerz: der tiefe dumpfe
scheppernd-weiche, rötlich fahle
meine Backen nicht mehr übertrumpfe
und nicht mehr glühe im blassen Rot des Windes.

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