Ina Kitroschat-Vogt
Er war schon immer einzigartig, ein Unikat unter Vielen. Ihn gab es nie zweimal. Alles an ihm wirkte mühelos. Kein Echo begleitete ihn. Sein Klang faszinierte, sein Gang war unbeschreiblich. Das bewunderte ich stets. Dann verschwand er. Tauchte unter. Ward nicht mehr gesehen. Jetzt sah ich viele wie ihn – mit seinen Haaren, seinen Augen, seiner Größe, seiner Stimme, seinem Gang und seinem Gesicht. Aber alle waren anders. Niemand war er. Ich begann ihn zu vermissen. Seine Einmaligkeit zu vermissen. Jetzt gab es alles mehrfach. Seine Haare, seine Augen, seine Größe, seine Stimme, seinen Gang und sein Gesicht. Und ich schrieb ein Gedicht darüber. Doch es machte mich nicht glücklich:
„Er war ein Unikat!
Ihn gab es nie zweifach.
Ich sah ihn noch lang –
Sein Gang, sein Klang, wie er war,
sein Schritt, sein Ton, sein Gesang.“

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