Pseudogespräch mit einer Gottheit (kein religiöser Text)

Ina Kitroschat

Gottesgleich tönt sie hervor:
„Nimm diese Aufgabe nicht an!
Sei mir willig, sei mein Tor!“,
auf dass ich nicht mehr denken kann?

„Ich bin ein Mädchen, bitte sehr!“
Dir zu gefallen sei nicht leicht.
„Mir zu gefallen, das ist schwer!“
Halte ich das aus? Vielleicht.

Es sei sehr dumm, wenn ich beginne
Zu reden, ich sollt lieber schweigen.
Das Schweigen liegt in deinem Sinne,
wie gut, dass ich zum Reden neige!

Die Freiheit ruft, die Freiheit ruft,
>>ich kann nicht mehr.<<
Die Freiheit ruft, die Freiheit ruft,
>>bitte sehr.<<

Nun steh ich hier und kann nicht mehr an mich halten.
Jetzt seh ich hier und da an dir die Zornesfalten. Nun kann ich meine Zukunft letztlich selbst gestalten.
Und mein Leben autonom vor mir verwalten.

Die Freiheit ruft, die Freiheit ruft,
>>ich kann nicht mehr.<<
Die Freiheit ruft, die Freiheit ruft,
>>bitte sehr.<<

Der Vielfraß Angst der Schelmin

Ina Kitroschat
 
„Lauf, du Angsthase, lauf!“ Laufend läuft mir die Angst hinterher.
Wer bist du nur, dass ich mich ständig gegen dich wehren muss?
Sag, wer hat dich so keck erzogen?
 
Komm ja nicht auf die Idee mich im Erwachsenenalter zu hofieren!
Lass locker, lass los, lockre dich! Hör auf mich mit Versprechungen zu lockern.
Geh weg, geh mir einfach aus dem Weg; geh fort aus meinem müden Blick!
 
Schau mich nicht mit Wehmut an. Ich durchschaue deinen Hunger:
Da steckt ein Kloß in deinem Hals! Der schmeckt dir wohl.
„Friss oder stirb!“ steht auf deinem Latz. Bis das Humankapital verputzt ist??
 
Besser es als ich, denke ich. „Guten Appetit!“