Die Meinungsfreiheit

Ina Kitroschat

 

Hinter dem Tor, vor dem ich jetzt steh, ruft die Meinungsfreiheit euphorisch: „Hallo“.

Das macht mich verdutzt und ich muss erstmal schlucken. Ich schaue sie an und frage: „Wieso…. sagst du das?“ Sie sagt: „Warum nicht?“ und „Was guckst du denn so als juckt es dich wo?“ Ich denk mir so: „Mo… Moment!“, weil etwas nicht stimmen kann, wenn jemand weltoffen am Gatter steht und das Tor aufdreht. Da ist’s doch zu spät noch träge zu winken!

 

Hinter dem Tor, in das ich jetzt trete, steht sie und heißt Grete. Das macht mich verdutzt und ich muss erstmal schlucken. Sie lächelt mich an und serviert grad Kaffee.

Ich sag: „Warum nicht?“ und: „Ich komme herein. Hast du auch Likör? Der verleiht mir Gehör, wenn ich von den Dächern pfeifen will wie mir der Schnabel gewachsen ist!“

Da lacht sie und sagt: „Es ist nie zu spät mir für die Freiheit einen zu zwitschern.“

 

So zwitschern wir beide unsere Fragen heraus

Über die Presse, die Kultur, völlig gradeaus.

Über den Witz und die Satire und den Widerstand

Über sich selbst zu lachen in dem hiesigen Land.

 

Und dann sagt Grete zu mir: „Du, lieb mich einfach!“

Und ich sage zu ihr einfach: „Ja!“

Und Grete sagt: „Das ging ja einfach!“

Und seitdem bin ich für sie da.

 

Wir zwitschern und vögeln nun hinter dem Tor,

laden alle zur Liebe ein.

Es ist hier jetzt freier als zuvor,

doch hilft es nichts prüde zu sein…

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